Igel gesucht -Ein Projekt zum Schutz und zur Förderung von Igeln im Siedlungsraum

Montag, 15. April 2024
Immer weniger Igel in Schweizer Städten? Seit den 1990er Jahren galt der kleine Kulturfolger als weit verbreitet. Die Stadt ist aufgrund der Intensivierung der Landwirtschaft für Igel ein wichtiger Lebensraum geworden, aber auch in der Stadt scheint der Lebensraum knapp und die kleinen Stacheltiere seltener zu werden. Erfahrungen im Rahmen der Beobachtungsmeldeplattform stadtwildtiere.ch und Ergebnisse aus vergangenen Forschungsprojekten zeigen einen besorgniserregenden Rückgang der städtischen Igelpopulation um 40% und eine Abnahme der Verbreitung um 17%.
Stadtigel unter Druck

Diese Resultate des Forschungsprojekts im Jahr 2016 zeigten, dass Igel noch immer in vielen Stadtquartieren verbreitet waren. Auffallend ist jedoch, dass die Igeldichte in den Stadtgebieten stark variierte und dass die Verbreitungskarte bedenkliche Lücken aufwies. Während etwa in Schwamendingen noch immer viele Igel unterwegs waren, wurden in Altstetten, rund um den Milchbuck oder am Zürichberg kaum Igel gefunden. Was sind die Gründe für diese Lücken? Sind die immer dichter werdende Stadt, die Ausbreitung des Dachses im Siedlungsraum oder weniger naturnahe Gärten und Grünflächen für diesen Rückgang verantwortlich?

Acht Jahre sind seit dem letzten Forschungsprojekt vergangen. Nicht nur die Igelpopulation, sondern auch die Stadt Zürich hat sich in den letzten Jahren verändert. Das Projekt StadtWildTiere wird dieses Jahr im Folgeprojekt Aktion «Igel gesucht» die Gründe für die Verbreitungslücken weiter untersuchen. Gemeinsam mit Freiwilligen werden über die ganze Stadt verteilt Spurentunnel aufgestellt und Beobachtungsmeldungen gesammelt.

Igel in Zürich: mit Citizen Science den Igeln auf der Spur

Das Projekt «Igel gesucht» möchte herausfinden, wie es aktuell um die Igel in der Stadt Zürich steht. Dazu werden Beobachtungsmeldungen aus der Bevölkerung gesammelt. Wird beispielsweise abends nach dem Kinobesuch auf dem Heimweg einen Igel entdeckt, kann diese Beobachtung von der Bevölkerung selbst auf zuerich.stadtwildtiere.ch/melden eingetragen werden. Wer noch mehr mithelfen möchte, kann bei der systematischen Untersuchung des Vorkommens der Igel mit sogenannten Spurentunnel mitmachen. Spurentunnel sind 1 Meter lange Kartontunnel, welche mit Farb- und Papierstreifen ausgerüstet sind und in Privatgärten und Grünflächen platziert werden. Gehen Igel durch solche Spurentunnel, hinterlassen die Stacheltiere ichre  Pfotenabdrücke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind.

Weiterbildungsveranstaltung, 17. April 2024 im Hunziker Areal Zürich

Das Projekt informiert am Informationsanlässen am Mittwoch, 17. April, 19.00 Uhr im Hunziker Areal Zürich (Genossenschaftsstrasse 13, 8050 Zürich) über die Aktion und wie die Methode der Spurentunnel eingesetzt wird. Anmeldung auf der Website: zuerich.stadtwildtiere.ch/igelzuerich

Rückfragen

Mathujah Manikkan, MSc Umwelt und Natürliche Ressourcen
Geschäftsstelle StadtWildTiere, c/o SWILD, Sandstrasse 2, 8004 Zürich
Telefon: +41 76 425 72 42 / 044 450 68 09

Sandra Gloor, Dr. sc. nat.
Geschäftsstelle StadtWildTiere, c/o SWILD, Sandstrasse 2, 8004 Zürich
Telefon: +41 79 749 20 21

Bilder
Die nachfolgenden Bilder stehen für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verfügung.
Ein Igel steht bei einer Gartenmauer.
Ein Igel unterwegs im Siedlungsraum
Ein Spurentunnel, aufgestellt in einem Garten. Im Tunnel sind Papierstreifen befestigt und zwei Streifen Farbe aufgetragen (ungiftige Farbe aus Rapsöl und Grafitpulver). Läuft ein Igel durch den Tunnel, hinterlässt er auf der Einlage im Tunnel seine Spuren.
Die Einlage aus einem Spurentunnel: rechts und links sind zwei Papierstreifen befestigt. Danach folgen zwei Streifen Farbe auf Speiseölbasis und Grafitpulver und ein Schälchen mit ein wenig Igelfutter. Auf den Papierstreifen sind die Spuren von einem Igel zu sehen.

Artporträt

Erinaceus sp.