Zürich: Igel gesucht

Der Lebensraum der Igel hat sich in den letzten fünfzig Jahren stark verändert. Igel waren ursprünglich in einer offenen, vielfältigen Kulturlandschaft zu Hause. Mit der Intensivierung der Landwirtschaft und dem Verlust an Strukturen wurden Igel in diesen Lebensräumen immer seltener. Im Gegenzug waren Igel häufiger im Siedlungsraum anzutreffen, wo sie in durchgrünten Wohnquartieren neue Lebensräume fanden.

In den letzten Jahren mehren sich die Hinweise, dass die Igelpopulation in der Schweiz weiter abnimmt. Die bauliche Verdichtung, der Verlust an wertvoller Grünfläche und der zunehmende Verkehr scheinen dem Igel zu schaden.
Unsere früheren Untersuchungen zeigen, dass heute weit weniger Igel unterwegs sind als früher: In der Stadt Zürich wurde eine Abnahme der Igel von 40% in den letzten 25 Jahren dokumentiert.

Den Igeln auf der Spur

Nun sind bereits 8 Jahre seit der letzten Igelbestandesausnahme vergangen und wir wollen wissen, wie es den Igeln in der Stadt Zürich geht. Im Sommer 2024 möchten wir das Vorkommen von Igeln mit Spurentunnel systematisch untersuchen. Die Spurentunnel werden mit Farb- und Papierstreifen ausgerüstet und in Privatgärten und Grünflächen platziert. Geht ein Igel durch einen solchen Spurentunnel, hinterlässt er seine Pfotenabdrücke. So wird sichtbar, wo Igel unterwegs sind.

Wir suchen Freiwillige, die zwischen Mai und August 2024, während einer Woche, 10 Igelspurentunnel in einem der Untersuchungsgebiete der Stadt Zürich betreuen. Der Aufwand beträgt ca. 1.5 bis 2 Stunden pro Tag während 6 Tagen. Interessiert? Melden Sie sich bei zuerich@stadtwildtiere.ch. Im April führen wir einen Informationsanlass zum Projekt durch, dort werden Sie mehr über das Projekt und die Lebensweise der Igel erfahren. 

Artporträt

Erinaceus sp.