Fledermausquartiere in Zürich gesucht

Mittwoch, 17. Juni 2020
In der Schweiz leben 30 verschiedene Fledermausarten. Rund die Hälfte dieser Arten kann auch in der Stadt Zürich beobachtet werden. Fledermäuse leben heimlich und bleiben von uns Menschen oft unbemerkt, da sie nachtaktiv sind. Das Projekt „Fledermäuse in der Stadt“ will im Rahmen der Meldeplattform stadtwildtiere.ch die Fledermausarten in der Stadt genauer unter die Lupe nehmen.
Heimlicher Untermieter – Fledermausquartier entdeckt?

Fledermäuse finden in der Stadt eine Vielfalt an Unterschlüpfen, die sie als Tages-, Paarungs- oder Winterschlafquartier nutzen.  Je nach Art können ihnen selbst kleine Spalten an Fassaden oder Hohlräume in einem Rollladenkasten als Quartier dienen. Oft deuten nur  kleine Kotbällchen z.B. auf dem Fenstersims auf die Anwesenheit der unauffälligen Untermieter hin. Im Projekt „Fledermäuse in der Stadt“ werden Fledermausquartiere an Gebäuden gesucht. Haben Sie bei sich zuhause ein solches Quartier entdeckt? Melden Sie uns Fledermausquartiere aus der Stadt Zürich, wir interessieren uns dafür. So können wir herausfinden, wo welche Arten leben und welche Quartiere sie bevorzugen.

Frühmorgens schwärmen die Fledermäuse

Frühmorgens, kurz vor der Morgendämmerung, wenn die Fledermäuse von ihrer nächtlichen Jagd ins Quartier zurückkehren, ist die beste Zeit, um sie zu beobachten. Bevor die Fledermäuse in ihr Quartier einfliegen, kreisen sie meist vor der Einflugöffnung. Oft zeigen mehrere Fledermäuse gleichzeitig dieses Verhalten, das man Schwärmen nennt und verraten uns damit, wo sie wohnen.

Fledermäuse in der Stadt Zürich

Fledermäuse bilden die grösste Säugetierordnung Mitteleuropas. In der Schweiz sind mit 30 Fledermausarten ein Drittel aller einheimischen Säugetierarten Fledermäuse. Für die Stadt Zürich sind 14 Arten nachgewiesen. Aufgrund der nächtlichen und fliegenden Lebensweise ist die Artbestimmung der Fledermäuse schwierig. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Fledermausarten ähnlich aussehen und eine Artbestimmung nur möglich ist, wenn man das Tier genauer anschauen kann oder mittels speziellen Tonaufnahmen ihrer Ultraschallrufe.

Fledermäuse und Corona

Eventuell stammt SARS-CoV-2, der Erreger der Covid-Pandemie, ursprünglich von einer asiatischen Fledermausart und wurde über einen Zwischenwirt auf den Menschen übertragen. Mutationen im Virus und enger Kontakt mit diesem Zwischenwirt dürften eine solche Übertragung erst ermöglicht haben. Unsere einheimischen Fledermausarten tragen jedoch kein SARS-CoV-2, wie eine Untersuchung der Uni Zürich zeigte. Wildtiere per se stellen für die Übertragung von Viren meist keine direkte Gefahr für unsere Gesundheit dar. Es sind oft das Fangen, Schlachten, Handeln und Verzehren von Wildtieren in Zusammenhang mit tierschützerisch und hygienisch prekären Verhältnissen, welche die unmittelbare oder direkte Ursache für die Übertragung von Viren darstellen können.

Projekt StadtWildTiere

Das Projekt ruft die Bevölkerung auf, Beobachtungen von Wildtieren aus dem Siedlungsraum auf der Meldeplattform stadtwildtiere.ch zu melden.

Rückfragen

Anouk Taucher, Wildtierbiologin, Geschäftsstelle Verein StadtNatur,  Telefon 044 450 68 09, anouk.taucher@stadtwildtiere.ch

Dr. Sandra Gloor, Wildtierbiologin, Geschäftsstelle Verein StadtNatur, Arbeitsgemeinschaft SWILD, Telefon 079 749 20 21, sandra.gloor@stadtwildtiere.ch

StadtWildTiere, Geschäftsstelle c/o SWILD, Wuhrstrasse 12, 8003 Zürich

info@stadtwildtiere.ch

Bilder
Die nachfolgenden Bilder stehen für den Gebrauch im Zusammenhang mit der Medienmitteilung bei korrekter Zitierung der Bildautoren kostenfrei zur Verfügung.
Abb. 1: Zwergfledermaus mit Jungtier.
Abb. 2: Die Weissrandfledermaus bewohnt gerne Gebäudequartiere.
Abb.3: Zwergfledermaus schwärmt vor einem Quartier.