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© Didier Jeannin / nosvoisinssauvages.ch
15.09.2020

Aufgrund der ausserordentlichen Lage in diesem Frühjahr wurde die Schweizer Bevölkerung vom Bundesrat aufgefordert möglichst zu Hause zu bleiben. In dieser ausserordentlichen Zeit wollten wir die Menschen motivieren, die Natur zu Hause zu entdecken. Dazu wurde der Blog «Natur zu Hause» ins Leben gerufen.
Der Blog erscheint jede zweite Woche und thematisiert die Natur vor unserer Haustüre. Wir schreiben über Wildtiere im Siedlungsgebiet, über aktuelle Themen im Naturschutz und der Wissenschaft, erklären zum Beispiel warum Lichtverschmutzung für Wildtiere problematisch ist, geben Tipps, wie man den eigenen Garten oder Balkon wildtierfreundlich gestalten kann und welche Wildtiere und Vögel uns im Garten besuchen kommen, wie man mit Kindern Wildtiere entdecken kann und entführen Dich so in die wunderbar vielfältige Natur im Siedlungsgebiet.
In den Blogbeiträgen werden die Leserinnen eingeladen, Wildtiere im Alltag zu beobachten und diese Begegnungen auf unseren Meldeplattformen StadtWildTiere oder Wilde Nachbarn einzutragen. Durch das Zusammentragen der Beobachtungen auf den Plattformen entsteht ein aktuelles Bild der Verbreitung der Fauna im Siedlungsraum, welches zu einer frühzeitigen Erkennung von Bestandesveränderungen beiträgt. So bilden diese Beobachtungsdaten die Grundlage für die gezielte Förderung und Schutz der Wildtiere im Siedlungsgebiet.

Die erste Phase des Blogs konnten wir mit eigenen Mitteln finanzieren. Für die Fortführung des Blogs sind wir aber auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen. Dazu haben wir ein Crowdfunding auf der Plattform wemakeit gestartet. Übrigens ist jede Unterstützung gleich doppelt wertvoll, denn der Science-Booster der Gebert Rüf- Stiftung verdoppelt jeden gespendeten Beitrag!

Weitere Informationen findet ihr unter https://wemakeit.com/projects/natur-zu-hause. Das Crowdfunding läuft noch bis am 9. Oktober 2020. 

Wir freuen uns, wenn ihr euch das Projekt einmal anschaut - und freuen uns auf eure Unterstützung!

Herzliche Grüsse
euer «Natur zu Hause» Blogteam
 

15.09.2020

Die fünfte Ausgabe des Globalen Biodiversitätsausblicks (GBO-5) ist ein Abschlussbericht über die Fortschritte im Hinblick auf die 20 globalen Biodiversitätsziele, die 2010 mit einer Frist bis 2020 vereinbart wurden, und bietet Erfahrungsberichte und gute Beispiele, wie wir auf den richtigen Weg finden. Auf dem Weg zu einem bahnbrechenden neuen globalen Rahmenwerk für die biologische Vielfalt nach 2020: GBO-5 fasst die wissenschaftliche Grundlage für dringende Maßnahmen zusammen.

Die Weltgemeinschaft hat ihre Ziele zum Erhalt der biologischen Vielfalt deutlich verfehlt. Nach dem heute veröffentlichten "Global Biodiversity Outlook 5" wurde kein einziges der vor zehn Jahren für 2020 gesetzten Ziele von den 196 Vertragsstaaten des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (CBD) vollständig erreicht.

Zerstörung von Lebensraum, zu intensive Landnutzung, Überfischung, Umweltverschmutzung, die Einwanderung invasiver Arten und die Erdüberhitzung bedrohen Millionen von Tieren und Pflanzen. Der Bericht zum Zustand der Biodiversität lässt nur wenige Fortschritte erkennen, wie etwa bei der Ausweisung von Schutzgebieten.

The Global Biodiversity Outlook 5 (GBO-5) pdf

14.09.2020

Schottergärten sind immer häufiger anzutreffen in den Siedlungsgebieten der Schweiz. Sie sind so angelegt, dass sie möglichst keine Arbeit machen, eine Folie soll verhindern, dass Unkraut wächst. Hier soll möglichst wenig leben, keine Pflanzen und keine Tiere. In Solothurn haben sich nun Kantonsrätinnen und Kantonsräte entschieden, solchen steinigen Wüsten entgegen zu wirken. 

Mehr dazu im Grenchner Tagblatt

Empfehlenswertes Buch zum Thema: "Gärten des Grauens" von Ulf Soltau.

10.09.2020

Die untersuchten Wildtierbestände von Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen gehen weiterhin rapide zurück, wie der WWF Schweiz in seiner Medienmitteilung vom 10. Sept. 2020 schreibt. Der Druck auf die Tierbestände durch menschliche Aktivitäten hat weiter zugenommen: Illegale Jagd, Entwaldung und umweltschädliche Landwirtschaft sind einige der Ursachen. Der neuste Living Planet Report des WWF legt die schockierenden Fakten auf den Tisch und definiert dringende Massnahmen, um den Trend bis 2030 umzukehren.

Medienmitteilung des WWF Schweiz zum neusten Living Planet Report 2020

WWF (2020) Living Planet Report 2020 - Bending the curve of biodiversity loss. Almond, R.E.A., Grooten M. and Petersen, T. (Eds).
WWF, Gland, Switzerland. 159 pp. PDF

01.09.2020

Ein sehenswerter Kurzfilm zu Bären im Norden Rumäniens zeigt, wie die eindrücklichen Wildtiere des nachts durch Dörfer spazieren und wie lokale Organisationen sich dafür einsetzen, Wege für ein Zusammenleben von Bären und der Bevölkerung zu finden.

Der Kurzfilm ist teil einer kleinen Filmserie, die sachliche Informationen über Bären für die Bevölkerung aufbereitet, um aufzuzeigen, dass ein Zusammenleben möglich ist, wenn die Menschen sich an gewisse Vorgaben halten. 

Das Bärenprojekt der Milvus Group Bird and Nature Protection Association, geleitet vom Wildtierbiologen Csaba Domokos, wird seit vielen Jahren von der Schweizer Bernd Thies-Stiftung unterstützt und ist ein gutes Beispiel dafür, dass sich eine langfristige, nachhaltige Unterstützung eines Projekts lohnen kann.

Link zum Film

30.08.2020

In Biel musste die Polizei am Donnerstag, 27. August 2020, wegen eines jungen Fuchses ausrücken. Dieser hatte offenbar die Orientierung verloren und drehte sich nonstop im Kreis. Das Tier wurde von der Polizei eingefangen und nach Rücksprache mit dem Wildhüter von seinem Leiden erlöst. 

Die traurige Szene spielt sich direkt neben einer viel befahrenen Strasse ab. Die Annahme liegt deshalb nahe, dass der Fuchs, der sonst gesund aussieht, wohl von einem Auto angefahren wurde und einen Schlag auf den Kopf erhalten hat. Das kann eine Schädigung des Gleichgewichtssinns zur Folge haben. 

Wenn man einem verletzten oder kranken Wildtier begegnet, sollte man nicht selber dem Tier zu helfen versuchen. Verletzte Tiere können gefährlich werden. Am besten ruft man der Polizei oder dem Wildhüter an, die dafür ausgebildet sind, mit Wildtieren umzugehen und falls nötig, das Tier behändigen oder töten können. 

Link zum Artikel im 20 minuten.

Wespennest © Cornelia Hürzeler / stadtwildtiere.ch
21.08.2020

Es ist jeden Sommer das Gleiche: Sobald man draussen zu essen beginnen will, sind die Wespen sofort zur Stelle. Dieses Jahr sind die Wespen deutlich häufiger anzutreffen als im Jahr zuvor. Dies hat damit zu tun, dass dieses Frühjahr besonders sonnig und trocken war, so dass die Wespenköniginnen fast einen Monat früher als sonst aus ihrer Winterstarre erwachten. Diese guten Bedingungen führten auch dazu, dass die Larven und die geschlüpften Arbeiterinnen ausreichend Nahrung fanden. Trotz der vielen Wespen kann man jedoch noch nicht von einer Plage sprechen. 

Wespen sind lästig, aber eigentlich sehr nützlich

Von den neun Faltenwespenarten in der Schweiz werden nur zwei Arten, die Gemeine und die Deutsche Wespe, von Essen und Süssgetränken angelockt, die anderen sind relativ friedlich. 
Generell stechen auch die Gemeine und die Deutsche Wespe nur, wenn man sie drückt, festhält oder sich, und dies gilt bei allen Wespenarten, ihrem Nest zu stark nähert oder dieses erschüttert. 
Wespen sind eigentlich äussert geschickte Jäger, die ihre Brut mit erbeuteten Insekten versorgen. Dazu gehören Spinnen, verschiedene Fliegenarten, Raupen, Heuschrecken, andere Hautflügler. Grosse Völker erbeuten bis zu 500 Gramm Insekten pro Tag und sind so natürliche Schädlingsbekämpfer.

Was tun, wenn die Wespen beim Essen stören

-    Ruhig bleiben, nicht herumfuchtlen. 
-    Schwirren nur einzelne Wespen am Tisch herum, so sind ein paar Spritzer Wasser das einfachste Mittel dagegen. Mit einer einfachen Spritzflasche lassen sich die Wespen gezielt vertreiben. Diese mögen es nämlich nicht, wenn es, wenn auch nur künstlich, regnet und verschwinden.  
-    Speisen und Getränke im Freien abdecken und Speisereste sofort wegräumen. 
-    Getrockneten Kaffeesatz in feuerfester Schale anzünden. Dieser glimmt lediglich und der Qualm kann die Wespen abschrecken. 

Mehr Infos: Zürcher Schädlingspräventation
 

© Sina Plenker / wildenachbarn.de
20.08.2020

Fuchs, Kaninchen oder Dachs: Viele Menschen erfreuen sich an Wildtieren in ihrer Umgebung. Doch Wildtiere halten sich nicht immer an die Regeln und Vorstellungen ihrer menschlichen Nachbarinnen und Nachbarn, wodurch Konflikte programmiert sind. Geva Peerenboom, Fanny Betge, und Prof. Dr. Ilse Storch von der Professur für Wildtierökologie und Wildtiermanagement der Universität Freiburg haben gemeinsam mit Dr. Christof Janko vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg deshalb das Handbuch „Wildtiermanagement im Siedlungsraum“ erarbeitet. Dieses soll als Leitfaden für Personen, die sich mit dem Thema befassen, sowie Behörden in Stadt- und Landkreisen sowie Kommunen Baden-Württembergs dienen, um konfliktreichen Situationen zwischen Menschen und Tieren vorzubeugen oder diese abzumildern.

„In allen Gemeinden Baden-Württembergs machen Menschen direkte Erfahrungen mit Wildtieren, die allerdings nicht immer den Erwartungen entsprechen“, erklärt Peerenboom. Oft habe das Zusammentreffen von Mensch und Wildtier im Siedlungsraum negative Auswirkungen, seien es ökonomische, psychologische oder gesundheitliche: Wildtiere können Schäden an menschlichem Eigentum verursachen, wie das Wildschwein im Garten, die Nachtruhe der Menschen stören, wie der Marder im Dachstuhl, oder Krankheiten wie den Kleinen Fuchsbandwurm übertragen. „Und Menschen können, meist aus Unkenntnis, bei Wildtieren vermeidbare Leiden verursachen“, sagt die Freiburger Wissenschaftlerin. „Gleichzeitig erleben viele Menschen Wildtiere im Siedlungsraum als bereicherndes Naturerlebnis und erfreuen sich an den Tieren. Eine Vielfalt an Tierarten in urbanen Gebieten ist gesellschaftlich gewollt.“

Deshalb förderte das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg von 2010 bis 2020 das Projekt „Wildtiere im Siedlungsraum Baden-Württembergs“ der Albert-Ludwigs-Universität. 

Link zum Handbuch

Link zur Medienmitteilung

© Philipp Taxböck
14.08.2020

Die Anwesenheit der Biber in der Stadt Zürich kann kaum mehr übersehen werden. Auf der Meldeplattform stadtwildtiere.ch sind mehrere Biber-Beobachtungen von der Werdinsel, flussaufwärts an der Limmat und im Schanzengraben gemeldet worden. Um wandernden Jungbibern den Zugang zur Sihl zu erleichtern hat Pro Natura mit der Aktion Biber & Co. beim Sihlhölzli eine Biberrampe gebaut. Die Rampe hilft den Bibern dabei die Schwelle beim Sihlhölzli, sonst ein schier unüberwindbares Hindernis, sicher zu überqueren. Um solche Wehre zu umgehen suchen sich Biber normalerweise einen Umweg, wobei sie über viele hundert Meter den vielfältigsten Gefahren des Verkehrs ausgesetzt sind. Der Strassenverkehr ist nämlich die häufigste Todesursache für Biber.

04.08.2020

Im hinteren Albulatal konnte durch die Wildhut anfangs August ein neues Wolfsrudel mit mindestens sechs Welpen bestätigt werden, wie das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden mitteilte. Mit diesem neuen Wolfsrudel sind es jetzt sieben Wolfsrudel, welche mehrheitlich auf Bündner Boden beheimatet sind.

Bereits Ende Juli gab das Amt für Jagd und Fischerei des Kantons Graubünden die Bildung eines weiteres Rudels bekannt, und zwar im Einzugsgebiet des Vorderrheins. Dieses Rudel erhielt die Bezeichnung Stagias-Rudel. Die erste Bestätigung stammt aus der Nähe von Sedrun.

Die grosse Wolfspräsenz rund um Sedrun und Disentis hatte schon länger darauf hingedeutet, dass sich in dieser Region ein weiteres Wolfsrudel bilden würde. Nun hat sich diese Vermutung bestätigt. Bis jetzt konnten drei Jungtiere beobachtet werden. Das Revier des neuen Rudels umfasst das Gebiet Sursassiala. Es erstreckt sich über die Gemeindegebiete Tujetsch, Disentis/Muster und Medel (Lucmagn).

Weitere Informationen zu den sieben Rudeln auf Bündner Boden.

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