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Asseln - das grosse Krabbeln im Untergrund

08.05.2020, Katja Rauchenstein

Im Blumenuntertopf, unter den Gartenplatten oder hinter dem morschen Baumstamm – was man auch umdreht, es verstecken sich kleine, vierzehnbeinige Asseln in der feuchten Dunkelheit. Ob eklig oder nicht, spannend sind sie auf jeden Fall! Wussten Sie beispielsweise, dass Asseln Kiemen besitzen und die grösste Art sogar knapp einen halben Meter misst? Zeit, sich einmal etwas mit den krabbelnden Urtieren zu befassen!
 
Nützliche Aufräumer

Asseln (Isopoda) gehören zur Klasse der Höheren Krebse und kommen ursprünglich aus dem Meer. Insgesamt gibt es weltweit ungefähr 10‘000 bekannte Arten, wobei bislang rund 40 Arten in der Schweiz gefunden wurden. Die meisten Asseln sind Pflanzenfresser und gehören zu den Primärzersetzern. Das bedeutet, sie fressen abgestorbenes, organisches Material wie Wurzeln oder Blätter und bereiten dadurch die Pflanzenteile auf dem langen Weg zum Endprodukt Humus vor. 

 

 

Mit ihrem Mundwerkzeug, den Mandibeln, zerkleinern die Asseln pflanzliches Material. 

© Katja Rauchenstein / stadtwildtiere.ch

 
Kiemenatmung an Land

Klein, grau und langweilig? Weit gefehlt! Asseln sind vielfältiger, als man denkt. Es gibt sie weltweit in den verschiedensten Farben: weiss-schwarz gefleckt, gelb gepunktet oder rot umrahmt. Die kleinste Assel misst nur 0.3 mm, die grösste hingegen ist fast 50 cm gross, lebt im Meer und kann bis zu vier Jahre ohne Nahrung überleben. Auch Landasseln besitzen eine Kiemenatmung und sind deshalb oft auf einen feuchten Lebensraum unter Steinen oder im Laub angewiesen. Einige wenige Arten haben sich jedoch an trockene Standorte angepasst und Atmungsorgane wie Tracheen oder Lungen entwickelt.

 

 

Riesenassel auf dem Meeresboden (Bathynomus giganteus)

© NOAA Ocean Exploration & Research / Flickr

 

„Känguru“-Asseln

Landasseln sind die einzigen Krebstiere, die dauerhaft an Land leben und sich auch an Land vermehren können. Nach dem Schlupf bleiben die jungen Asseln noch für zwei Wochen in der flüssigkeitsgefüllten Bruttasche des Weibchens. Drei Monate und etwa 14 Häutungen später ist der Nachwuchs ausgewachsen und bereit für die Abenteuer des Assellebens. 

 

 

Erst nach 14 Häutungen sind die Asseln ausgewachsen. 

© Katja Rauchenstein / stadtwildtiere.ch

 
Asseln als Haustiere?

Die bekanntesten Vertreter der Asseln bei uns sind die Mauerassel (Oniscus asellus) und die Kellerassel (Porcellio scaber). Anders als die Rollasseln können diese ihren flachen Körper nicht zusammenkugeln und stellen sich bei Gefahr einfach tot. Allen gemein ist aber, dass sie als Zersetzer von organischem Material einen wesentlichen Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht beitragen. Und falls Sie jetzt total fasziniert sind: Gehen Sie doch einmal in den Garten und drehen Sie ein paar Steine um. Ausserdem können Asseln auch interessante Haustiere sein – dann krabbelt es nicht nur im Blumenuntertopf, sondern auch im Wohnzimmerterrarium.

 

 

Damit Asseln organisches Material zersetzen können, eine wichtige Funktion im Ökosystem, benötigen Asseln Feuchtigkeit.

© Katja Rauchenstein / stadtwildtiere.ch

 
Weiterführende Informationen:

Asseln als Haustiere bei Insektenliebe   

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