Aktion Kleine StadtWildnis

Was ist Wildnis?

Das Wort “wild” bedeutet ursprĂŒnglich „unbebaut“, „ungezĂ€hmt“ oder „fremd“. Nach dem Wörterbuch der BrĂŒder Grimm geht Wildnis auf das althochdeutsche Wil-deor-ness zurĂŒck, was so viel wie Wildtiernis bedeutet. Im englischen „wilderness“ sind die Wildtiere (deer) noch drin. Eine Wildnis ist demnach eine unbebaute, unkultivierte Landschaft mit ĂŒppig wucherndem Pflanzenwuchs und ungezĂ€hmten Tieren.

Eine Idee aus dem "Wilden Westen"

Die Wildnis-Idee und damit der Gedanke, dass Wildnis fĂŒr den Menschen wichtig ist, entstand in den USA. Ab dem Jahr 1864 entwickelte sich dort eine Bewegung zum Schutz der Wildnis, die 1924 zur Einrichtung des ersten Wildnisgebiets fĂŒhrte und 1964 mit dem „Wilderness Act“ die gesetzliche Grundlage fĂŒr ein nationales Wildnisprogramm schuf.
In Europa reifte erst in den 1990er-Jahren das Bewusstsein, dass nicht nur Arten und Ökosysteme schĂŒtzenswert sind, sondern auch unbeeinflusste natĂŒrliche AblĂ€ufe und NaturphĂ€nomene. Im Jahr 1994 wurde die Schutzgebietskategorie „Wildnisgebiet“ („Wilderness Area“) durch die Internationale Naturschutzunion (IUCN) eingerichtet*.

Entdecken Sie die Kleine StadtWildnis: UngezÀhmte Orte im Quartier

Natur in der Stadt tritt uns oft in kultivierter Form entgegen, in GĂ€rten und Innenhöfen, in Parkanlagen und auf Friedhofarealen. Wer sich aber auf den Weg macht, um Wildnisorte in der Stadt zu suchen, wird sie bald finden: kleine verwilderte Oasen im Stadtdschungel, wo Laubhaufen den Winter ĂŒber liegenbleiben, wo Äste oder Bretter in losen Haufen herumliegen, wo Brombeeren ranken, dichte StrĂ€ucher wachsen und Efeu und WildkrĂ€uter den Boden bedecken.
 

Wir laden Sie ein, diese Orte zu entdecken und auf der StadtWildTiere ZĂŒrich-Webseite zu melden.
 

 

Trockenmauer © Christine Dobler Gross, ZĂŒrich

Kleine StadtWildnisorte sind fĂŒr die Artenvielfalt im Siedlungsraum wichtig. Sie bieten auf oft kleinen Raum Wildtieren und Wildpflanzen Platz zum Leben. Indem diese Orte bei StadtWildTiere ZĂŒrich gemeldet werden können, wollen wir auf sie aufmerksam machen und damit helfen, ihren Wert sichtbar und bewusst zu machen.

Kleine StadtWildnis: welche Orte sind gesucht?

Gesucht sind Orte, wo die Natur sich einen kleinen oder grösseren Bereich zurĂŒckerobert hat, wo kleine FussgĂ€nger wie Igel, SiebenschlĂ€fer, Zauneidechse und Feuersalamander in Ruhe den Tag und die Nacht verbringen können, wo Wildbienen und Schmetterlinge von BlĂŒte zu BlĂŒte fliegen und Vögel ungestört ihr Nest bauen können.

 

BegrĂŒntes Flachdach
Karge, kiesige FlÀchen auf FlachdÀchern mit magerer Ruderalflora.

Blumenwiese
VielfÀltige Wiese mit Wildblumen, die erst geschnitten wird, wenn sich die Blumen versamt haben.

Wildhecke / BĂŒsche
Dichte BĂŒsche, die bis zum Boden reichen.

MinigrĂŒn (Baumscheibe, Verkehrsinsel)
GrĂŒnflĂ€chen mit mehrheitlich einheimischen WildkrĂ€utern.

VertikalbegrĂŒnung
Verwandeln Fassaden in grĂŒne Oasen und bieten Nischen fĂŒr Vogelnester und vielerlei Kleintiere.

Wildbienen-Balkon
GrĂŒner Balkon mit BlĂŒtenpflanzen, die Wildbienen Nahrung bieten.

Alte StadtbÀume
Sie spielen fĂŒr die BiodiversitĂ€t eine besonders wichtige Rolle. Im Bild: Alte mehrstĂ€mmige Pappel im Freibad Mythenquai, dicht mit Efeu bewachsen.

Naturjuwel
Kleine Kunstwerke der Natur. Ein Beispiel: eine Parkbank, welche die Natur zurĂŒckerobert hat.

Wildnisecke
Der Bereich ist sich selber ĂŒberlassen, verwildert, und passt doch in keine Kategorie.

* Internationale Naturschutzunion (IUCN) und die Gebietskategorie „Wildnisgebiet“ 

Aktion "Kleine StadtWildnis" als Pdf

 

Wir freuen uns ĂŒber eure RĂŒckmeldungen ĂŒber das Webformular.

ZĂŒrich, Verein StadtNatur, Mai 2017

Stadtfauna

StĂ€dte und Siedlungsgebiete beherbergen eine erstaunlich artenreiche Tierwelt. Das Stadtfauna-Buch zeigt rund 600 Arten, die in den letzten Jahren in mitteleuropĂ€ischen StĂ€dten beobachtet werden konnten, vom SĂŒĂŸwasserschwamm bis zur Nordfledermaus.

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